Auf Tränen folgt neue HoffnungFreiburg ärgert sich, lauert aber schon auf nächste Chance

Mit dem 0:3 gegen Aston Villa nimmt Freiburgs märchenhafte Erfolgsgeschichte in der Europa League kein glückliches Ende. SC-Coach Julian Schuster ist enttäuscht, sieht aber trotz der Tränen schon die nächste große Chance am Horizont.
Am Ende war es doch ein Klassenunterschied. Der englische Klub Aston Villa zog mit einem Traumtor-Doppelschlag kurz vor der ersten Halbzeit im Europa-League-Finale von Istanbul dem SC Freiburg früh den Zahn. Durch eine schöne Kombination nach einem Eckball schlug der Premier-League-Klub die Standard-Spezialisten aus dem Breisgau ein bisschen mit den eigenen Waffen. In der zweiten Halbzeit sah der Bundesligist wenig Land gegen Villas Übermacht.
Bei den Profis des SC Freiburg saß nach der Niederlage im größten Spiel der Vereinsgeschichte die Enttäuschung tief. Selbstkritisch haderten sie mit den Gegentoren zum 0:3 (0:2) im Europa-League-Endspiel von Istanbul gegen Aston Villa. "Das ist einfach zu billig", schimpfte Stürmer Igor Matanovic. "So etwas darf uns in der neuen Saison nicht passieren."
Auch Trainer Julian Schuster sprach über Lehren, die die Mannschaft ziehen müsse. Man dürfe sich von der Qualität des Gegners "nicht erdrücken" lassen und müsse nach einem Gegentor schnell den Glauben an die eigenen Stärken zurückgewinnen. "Das muss man sich ein Stück weit vorwerfen, dass wir es in diesem Moment nicht geschafft haben", sagte der 41-Jährige zur Reaktion auf den Doppelschlag des englischen Erstligisten kurz vor der Halbzeitpause.
Wie lange es dauern würde, bis er nach dieser starken Saison im Urlaub zur Ruhe kommen könnte, wusste Schuster nicht so recht. Aber eines war dem Trainer des Europa-League-Finalisten gleich klar: "Der heutige Tag ist für uns eine Erfahrung, aus der wir lernen werden und aus der wir besser werden", sagte er nach dem bitteren Endspiel bei RTL.
Freiburg träumt von der neuen Chance
Trotz der klaren Niederlage gegen das favorisierte Team aus Birmingham kann der Klub aus dem Breisgau stolz auf seine Saison und den märchenhaften Lauf im Europapokal sein. Zum ersten Mal erreichten die Freiburger ein internationales Endspiel. In der kommenden Saison werden sie als Tabellensiebter der Fußball-Bundesliga in den Play-offs zur Conference League antreten und wieder europäisch spielen.
Man habe also gleich wieder die nächste Chance, sagte Schuster. In der neuen Saison erneut auf einen möglichen Titelgewinn hinzuarbeiten, werde eine Motivation sein, "wenn dann die Tränen getrocknet sind". Das Endspiel der Conference League findet 2027 wieder in Istanbul statt.
Für Aston Villas Teammanager Unai Emery, der zum fünften Mal als Trainer die Europa League gewann, fand er lobende Worte. "Es ist für uns unglaublich, dass wir hier zum ersten Mal stehen - er hat es so oft schon gewonnen. Das ist unglaublich hoch anzurechnen", sagte Schuster und gelobte, auch persönlich Kraft aus der Niederlage schöpfen zu wollen: "Es gab auch schon genug deutsche Trainer, die einige Finals verloren haben. Das wird mir auch die Kraft geben, weiter mit unseren tollen Jungs in unserem tollen Verein zu arbeiten."